Atemtherapie

 

"Mein Atem ist mein größter Lehrmeister."

  

Ich sehe den Atem als Verbindung zwischen mir und der universellen Energie, (All-Einheit, Gott, großen Seele, kosmischen Energie, Urmutter, Schöpferkraft). Der wichtigste Zugang zum freien Ablauf von Körperfunktionen, zum freien Fließen von Körpersäften und Energien ist der Atem. Im Großen wie im Kleinen, im Innen wie im Außen: jede Körperzelle ist nur lebensfähig, solange ihr ein Stoffaustausch über die wechselseitige Aufnahme und Abgabe von Atemluft über das Einatmen und Ausatmen gelingt. Das entspricht der Aufrechterhaltung des Lebens des menschlichen Körpers, unserem kleinen Ökosystem, und der Aufrechterhaltung unseres großen Ökosystems, des Lebensraums Erde.

 

Körperübungen und spezielle Atem-Techniken aus der Physiotherapie und dem Yoga fördern die Wahrnehmung und Funktionalität des Atemapparats, der Atemmuskulatur  und erhöhen die Vitalkapazität.

Über den Atem als ein Objekt der Konzentration bei der Meditation und im Yoga kann eine andere Art der Körper-Bewusstheit erfahren werden. Alles ist miteinander in Verbindung, in uns und über unsere scheinbare körperliche Begrenzung hinaus. Bei unserer Geburt kommt der Atem in unseren Körper, er verlässt ihn wieder beim körperlichen Ableben. Der Atem ist das verbindende Element zwischen körperlicher Entstehung und körperlichem Tod. Aber wohin geht er? Zum großen Atem des Lebens.

 

 

Atemtherapie-Atemwahrnehmung:

 

Kannst du deinen Atem hören?

Wo spürst du deinen Atem, in der Nase, im Brustraum, im Bauch, im Becken, in den Hüften, im Kopf, außerhalb deines Körpers? Welche Stellen in deinem Körper bewegen sich, wenn du ein-und ausatmest? Kannst du den Atemfluss wahrnehmen?

Wie spürst du deinen Atem? Welche Körper- Empfindungen zeigen sich, welche Gefühle hast du dabei? Welche Gedanken?

Die Ausdehnung der Wahrnehmung deines Atems eröffnen dir ein neues Körper-Bewusstsein und ein neues Bewusstsein für Ruhe.

   

 

Atemtherapie-Atemregulierung:

 

Darunter verstehe ich, wie du durch das Üben von Wahrnehmung deinen Atem natürlich fließen lassen und regulieren lernen kannst. Wir kennen den Ausspruch „es stockt mir der Atem“, wenn du dich erschreckst oder verletzt oder du weißt, wie es sich anfühlt, wenn du außer Atem bist oder wie sich dein Atem in stressigen Situationen verhält, wenn er schnell und flach wird.

 

Diese Phänomene des Atems kannst du erkennen und bewusst wahrnehmen, um anschließend den Atem sanft zu regulieren, in mehr Ruhe, in mehr Atemfluss. Wo Atem-Energie im Fluss, ist das Leben im Ausgleich, in Harmonie.

 

  

Atemtherapie-Pranayama:

 

Um den Atem regulieren zu lernen und zu trainieren, bediene ich mich sehr gerne der Atemübungen aus dem Yoga, dort nennt es sich Pranayama. Prana heißt Lebensenergie und Ayama heißt kontrollieren, erweitern. Mit Pranayama-Atemübungen kann es dir gelingen, das Prana, die Lebensenergie, bewusst zu lenken. Aus-und Einatemvorgänge, das Anhalten des Atems finden in unterschiedlichen Rhythmen und Schnelligkeiten statt. Sanftes Ausrichten der Konzentration auf Körperbereiche, in denen die Atemenergie spürbar wird oder gezieltes Lenken der Konzentration ergänzen die Übungen. Pranayama fördert die Schulung der Wahrnehmung, also das «In Dir Spüren», als auch die Regulierung und Kräftigung deiner Atemmuskulatur. Die Vitalkapazität wird nachweislich erhöht.

 

 

Vorbeugende und heilende Wirkung von Atemwahrnehmung und Pranayama:

 

Das Gewahrsein, das achtsame Beobachten und das Regulieren deines Atems eröffnet dir eine Möglichkeit, Situationen in deinem Leben, die in dir Stress erzeugen, gelassener zu begegnen. Ist der Atem im Fluss, wird er gespürt, innerlich gesehen, schafft dieses die Verbindung von deinem Körper zu deinem Atem und umgekehrt von deinem Atem zu deinem Körper. Es schafft auch Verbindung zu deinem Herzen, denn viele Pranayama Atemübungen haben herzöffnende Wirkung, die sich positiv auf deine Lebenszufriedenheit und Lebensfreude auswirken können. Dein Körper ist nicht mehr getrennt von deinem Atem, sondern die durch Pranayama angehäufte Lebensenergie darf sich in jeder deiner Körperzellen ausbreiten. Viele Billionen Körper-Zellen und nochmal eine gleichhohe Anzahl (oder mehr) von lebenswichtigen Bakterien in unserem Körper, all diese Organismen brauchen Atemluft, Lebensenergie.

 

Wo Lebensenergie fließt, ist Verbindung, ist Gesundheit.

 

  

Heilung von Atemwegserkrankungen durch Pranayama:

 

„Gute Ergebnisse hat Pranayama auch bei der Therapie von Asthma (Heilung oder starke Linderung in über 50% der therapierten Fällen), chronischer Bronchitis, Herzinsuffizienz, Schmerzleiden und neurologischen Beschwerden gezeigt.“ (aus Yoga Vidya Handbuch zur Weiterbildung Pranayama für Yogalehrer)